Höck vom Freitag, 31. August 2007
An diesem Abend zeigten die Turnveteranen Taktgefühl! Aber nicht zu Tambourin-Schlägen oder Klaviermusik, wie wir das noch von früheren Turnfesten her kennen, sondern zu Schwyzerörgeliklängen. An diesem Treff haben wir nämlich Wilhelm Lehmann, den Schwyzerörgelibauer, an der Emmentalstrasse 185, in Oberburg besucht. Er erzählte uns fachkundig über den Bau- und die Reparaturen von seinen Örgeli. Er verwöhnte uns aber auch noch mit einigen Musikstücken! Dabei kam mir in den Sinn, dass man früher zu Tambourin-Schlägen und Klaviermusik geturnt hatte. Hatte man auch zu Handorgel- oder Schwyzerörgelimusik geturnt? Soviel ich weiss nicht, zumindest nicht im TVO. Wenn überhaupt, dann evtl. an den Turnervorstellungen.
Wilhelm Lehmann war gelernter Käser. Er musste seinen eigenen Betrieb in Wald-Schöngrund/AR aber aus gesundheitlichen Gründen aufgeben. Darum erlernte er im fortgeschrittenem Alter noch die Holzbearbeitung. Als Hobby fing er 1985 an Örgeli zu reparieren. 1988 stellte er sein erstes „Langnauerli“ her. Und seit 1990, stellt er, in seinem Einmannbetrieb, das klangvolle Heimisbacher-Örgeli her. An Originalteilen erklärte er uns die einzelnen Arbeitsschritte. So zum Beispiel wieso er von der Holzmechanik auf die Metallmechanik umgestellt hat. Der Vortrag von Willy fand grosses Interesse. Die handwerklichen Arbeiten mit Holz und Metall und dann noch das Stimmen der selbstgebauten Instrumente erfordert ausserordentliches Geschick! So verwundert es nicht, dass auch bei den Diskussionen unter uns, mehr als einmal der Ausdruck Kunsthandwerker gefallen ist.
Den zweiten Teil verbrachten wir dann im Golf-Restaurant „Sumpfhaus“. Hier stand uns der heimische Örgelibauer noch einmal Red und Antwort. Willy, wir danken Dir für Deine interessanten Erzählungen und für Deine Einlagen auf dem Schwyzerörgeli!
PS. Im Buch „Schwyzerörgeli“, von Ernst Roth, Adliswil, ist auch ein kurzer Bericht über Willy Lehmann zu lesen.